Nachbericht zur 17. IAKS Managementtagung Kunsteisbahnen 2018

Vom 15. bis 17. Mai 2018 fand im Sportzentrum Telfs die 17. Auflage der IAKS Managementtagung Kunsteisbahnen statt. Rund 125 Teilnehmer der europäischen Kunsteisbahnszene trafen sich zum ersten Mal in der Veranstaltungshistorie in Österreich. Unterstützt wurde die Tagung durch die ÖISS Plattform Eishallenbetreiber, die ihr jährliches Treffen in Telfs abhielt.

Bilder der Veranstaltung in Telfs finden Sie auf: IAKS bei FLICKR.

Die Vortragspräsentationen finden IAKS-Mitglieder und Seminarteilnehmer hier. (Sie haben Ihr Password vergessen? Es genügt eine kurze Info an die Geschäftsstelle)

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Gastgeber Christian Santer, dem Leiter der Sport- und Veranstaltungszentren Telfs. Das moderne Sportzentrum bietet eine teilbare Dreifachturnhalle mit Boulderwand, drei Hallen-Tennisplätze, drei Squashcourts, eine Kegelbahn, einen Fußball-Rasenplatz und eine Bahnengolf-Anlage. Hinzu kommen die Ice Sport Arena sowie die vom Alpenverein Tirol betriebene „Bergstation“, eine Kletter- und Boulderhalle. Für Veranstaltungen steht ganzjährig das Kuppelzelt zur Verfügung, von Oktober bis März findet hier auch öffentliches Eislaufen in einer der wohl schönsten Eissportstätten Tirols statt.

Dietmar Gruber, Geschäftsführer der Arena Halls Sport- und Hallenbau, stellte das Modell der privat betriebenen Ice Sport Arena vor, die an 336 Tagen im Jahr geöffnet ist. Er beeindruckte insbesondere durch die hier weit entwickelten digitalen Steuerungsmöglichkeiten sämtlicher Gebäudefunktionen, mit denen sich Energieverbräuche und Betriebskosten optimal steuern lassen.

Marc Riemann, Leiter Bäderbetriebsmanagement der KölnBäder, referierte zum Abschluss des ersten Veranstaltungstages über die „KölnBäderApp“. Mit ihrer Hilfe werden sämtliche betrieblichen Funktionen überwacht, außerdem erleichtert sie den Mitarbeitern die Dokumentation innerbetrieblicher Abläufe erheblich. Ein unerwarteter positiver Nebeneffekt der Digitalisierungsstrategie ist, dass die KölnBäder eine höhere Attraktivität für Nachwuchskräfte erlangt haben.

Am Abend trafen sich die Teilnehmer in Innsbruck zum gemütlichen Get-together im „Theresienbräu”, der größten Hausbrauerei Tirols.

Der zweite Veranstaltungstag begann mit der Mitgliederversammlung des Vereins der Eismeister. Vereinsgründer Dieter Matz aus Berlin gab nach über dreißig Jahren unermüdlichen Engagements den Vorsitz an Peter Lautenschlager aus Regensburg weiter.

Hansjürg Thüler von der Schweizerischen Beratungsstelle für Unfallverhütung stellte neueste Erkenntnisse zur Verminderung von Verletzungsrisiken durch belastungsreduzierende Bandensysteme vor. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass solche Systeme das generelle Verletzungsrisiko im Eishockey um 10% reduzieren können. Auf dieser Grundlage hat der schweizerische Eishockeyverband als einer der ersten Verbände weltweit bestimmte Bandenprodukte offiziell als belastungsreduzierend klassifiziert.

Matthias Just, Geschäftsführer der GfKK – Gesellschaft für Kältetechnik-Klimatechnik, informierte über neue gesetzliche Vorgaben für den Betrieb von Kühltürmen an Eissportanlagen. Ab dem 20.7.2018 gilt eine Anzeigepflicht zur Erfassung und Lokalisierung der Kühltürme, daraus ergeben sich weitere vom Betreiber zu treffende Maßnahmen.

Seine Erfahrungen aus der Donau-Arena über Videoüberwachung in Sportarenen teilte Peter Lautenschlager, Betriebsleiter der Donau-Arena in Regensburg. Neue Aufnahmetechnologien ermöglichen es, mit den ständig wachsenden Anforderungen nach Sicherheit Schritt zu halten.

Dieter Matz, Ehrenvorsitzender des VDEM, berichtete über den Stand der Verhandlungen mit der GEMA hinsichtlich einer neuen Gebührenstruktur für die Nutzung von Musik in Eissporthallen in Deutschland.

Nach der Mittagspause diskutierte Dieter Matz gemeinsam mit Rudolf Funk aus Österreich und Moderator Klaus Meinel von der IAKS über die Entstehung und Weiterentwicklung der Qualifizierungsangebote für Fachkräfte in Eissportanlagen in Deutschland und Österreich.

Uwe Deyle vom Planungsbüro Deyle präsentierte die Ergebnisse eines von der IAKS mit Unterstützung zahlreicher Eishallenbetreiber durchgeführten „Betriebsvergleichs Kunsteisbahnen“. Wie auch schon bei der letzten Betriebsumfrage aus dem Jahr 2004 wurde erkennbar, dass Eissportanlagen trotz überwiegend guter Auslastung ein jährliches Betriebsdefizit von durchschnittlich 60.000 Euro aufweisen, da die Nutzerentgelte in der Regel nicht kostendeckend definiert werden.

Im Anschluss erläuterte Benjamin Bührer, Leplan AG in der Schweiz, das Minergie-Label für Kunsteisbahnen. Die Methodik ermöglicht eine systematische Analyse aller Wärme- und Kältebedarfe von Eissportanlagen. Eissportanlagen, die neu gebaut oder modernisiert werden, müssen keine Energieschleudern sein.

Am Nachmittag stellte zunächst Dietmar Gruber seine Gedanken zur Zukunft von Eissporthallen vor, bevor Rainer Maedge, Präsident des Kölner Eishockeycoubs „Die Haie“ und Präsident des Eishockeyverbandes NRW, aus Sicht von Vereinen und Verbänden die Notwendigkeit zum Bau neuer Eishallen unterstrich. Seiner Ansicht nach müssen Eissportvereine mehr eigeninitiativ werden, um gemeinsam mit Kommunen und anderen Partnern lokale Lösungen für die Modernisierung oder den Neubau von Eissporthallen zu entwickeln.

Abschließend präsentierte DI Gottfried Lamers vom Österreichischen Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus öffentliche Förderprogramme für den Klimaschutz in Eissporthallen. Es gibt zahlreiche Programme, mit denen sich Förderquoten von bis zu 30% erreichen lassen.

Am Abend war eine Besichtigung des Olympia Sport- und Veranstaltungszentrums Innsbruck organisiert. Unter der Dachmarke Olympiaworld Innsbruck werden die Olympiahalle, die Tiroler Wasserkraft Arena, das Tivoli Stadion Tirol, das Landessportzentrum Tirol, die Skatehalle sowie der Olympia Eiskanal einheitlich betrieben und vermarktet.

Am dritten und letzten Veranstaltungstag konnten die Teilnehmer sich in insgesamt drei Workshops über ihre betrieblichen Probleme, Herausforderungen und Erfahrungen austauschen. Der Workshop „Verkehrssicherungspflicht und Haftung bei verschiedenen Nutzungsszenarien“ wurde moderiert von Peter Lautenschlager. Das Thema „Gefährdungsbeurteilung als Managementaufgabe“ wurde von Georg Wieland, GfKK, geleitet, und Uwe Deyle moderierte den Workshop „Maßnahmen zur Leistungssteigerung bei Kälteanlagen“.

Die IAKS bedankt sich bei allen Beteiligten für die gelungene Veranstaltung und freut sich auf ein baldiges Wiedersehen; beste Gelegenheit dazu bietet die 21. IAKS Eismeisterschulung im Frühjahr 2019.